Allgemein, Umwelt

Wenn das Lichtlein hell doch schimmert

Energiekrise, Ansätze zur Klimarettung … und die Lichter gehen nicht aus. Die Stadt Reinbek überlegte zeitweise, auf die Weihnachtsbeleuchtung zu verzichten und lediglich die Sterne an den Straßenlaternen im Zentrum zu befestigen, aber sie durften leuchten – wenn auch zeitlich reduzierter. Der Weihnachtsmarkt am Schloss wurde abgesagt, ebenso erfolgte eine spärliche Weihnachtsbeleuchtung.

Auch an privaten Grundstücken fand man weniger Beleuchtung als zuvor. Energie-, Ökonomie- oder Ökologie-Bewusstsein – egal, in jedem Fall nicht verkehrt. Auf gewerblichen Grundstücken scheint die Reduktion im Beleuchtungsbereich noch nicht so recht angekommen zu sein. Selbst bei Unternehmen, die sich medienwirksam dem Umweltbewusstsein mit dem Aufstellen von Insektenhotels verschrieen, sorry, verschrieben haben, das Lichtlein brennt, egal zu welcher Zeit der Nacht. Das ist aus Energie- und Umweltaspekten nicht gerade eine Vorbildfunktion. Abgesehen vom Verbrauch, so ist die sogenannte Lichtverschmutzung für Mensch und Tier nicht förderlich, im Insektenbereich endet sie zumeist tödlich.

Begründungen, dass das Be- und Ausleuchten auch der Sicherheit der Mitarbeiter diene, lassen sich über technische Hilfsmittel wie Bewegungsmelder entkräften. Auch Sicherheit gegen Einbruch kann mittels Infrarot ohne zusätzliche Lichtquelle auskommen. Was an einigen Orten schon vorbildlich praktiziert wird, sollte auch für das Reinbeker Gewerbe möglich sein. Schließlich lässt sich die nicht verbrauchte Energie dann woanders sinnvoll einsetzen, denn jede nicht verbrauchte Kilowattstunde schont die Umwelt, auch und gerade beim sinnlosen Ausleuchten. Strahlende Gesichter kann man auch anders erzeugen.

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Allgemein, Umwelt

Recyclinghof AWSH – Erste Erfahrungen mit dem neuen System

Eigentlich sollte das neue Zugangssystem zum Recyclinghof erst zu Beginn 2023 eingeführt werden. 

In der Woche vor Silvester wurde dann aber ein “Testlauf” durchgeführt, es wurde also prinzipiell schon ein paar Tage früher aktiviert.

Somit gab es einen unfreiwilligen Selbstversuch eines Z!R-Mitglieds. Hier der Bericht:

Der Selbstversuch

Zunächst war alles wie immer, ein paar Fahrzeuge warteten vor der Einfahrt auf die Abfertigung. 

Dann wurde bei der Einfahrt auf das Gelände die Schranke mit dem Hinweis sichtbar, man möge eine Karte ziehen. 

Wie man es aus Parkhäusern gewöhnt ist, muss man sich da möglichst nahe an das Gerät heran begeben, ohne es zu touchieren, sodass man durch das offene Fenster die Karte entnehmen kann.

Wenn man das geschafft hat, erhält man eine Kunststoffkarte, die man am Ende wieder abgibt. Da diese Karten wiederverwendet werden, ist das schon mal ein Pluspunkt gegenüber den Papierkarten, die man sonst überall erhält und die wahrscheinlich aufgrund ihres Magnetstreifens Restmüll sind.

Die abgegebenen Gegenstände erforderten keine Zahlung, somit kann über den Bezahlvorgang keine Aussage getroffen werden. Zeitlich gab es also bei der Einfahrt keinen Gewinn. 

Übrigens geht die Schranke erst wieder zu, wenn das Fahrzeug diese passiert hat. Man kann somit die Karte schon während der Wartezeit anfordern und hat also genügend Zeit die Schranke zu durchfahren.

Die netten Kollegen vor Ort teilten einem dann die Nummern der Container mit und die Sachen wurden in den entsprechenden Containern entsorgt. 

Danach konnte direkt zum Ausgang gefahren werden ohne die Karte freischalten zu müssen.

Allerdings bildete sich nun hier eine kleine Schlange vor der Schranke, da jedes Fahrzeug die Karte einstecken und kurz auf die Freigabe warten muss. Das ist tatsächlich ein Nachteil des Systems.

Interessant ist es bestimmt, wenn man ohne Kfz ankommt und etwas für die Abgabe einrichten muss.

Tatsächlich kam während des Besuchs eine Frau mit dem Rad an und wollte etwas abgeben. Allerdings hatte sie wohl keine gebührenpflichtigen Gegenstände dabei und wurde einfach durchgewunken.

Bestimmt gibt es für den anderen Fall aber auch eine Lösung.

Fazit des Selbstversuchs

Insgesamt könnte es tatsächlich sein, dass die Abwicklung bei der Einfahrt etwas beschleunigt wird, ob das tatsächlich so viel Zeit einspart, wie prognostiziert wurde, muss man abwarten. Immerhin hat das Gesamtsystem Investitionskosten verursacht. Durch was werden diese wieder eingespart?

Weitere Erfahrungen nach dem Start im neuen Jahr

Das größte Problem, welches derzeit zu Anfang der Einführung besteht, ist allerdings die EC-Kartenannahme durch die eingesetzte Software. Einige Karten werden NICHT angenommen, da die Software des österreichischen Herstellers Probleme damit hat. 

Die betroffenen Personen können dann ihren eigenen, schon entsorgten Müll wieder einsammeln oder das Gelände zu Fuß verlassen, um sich eine passende Karte zu besorgen. Sehr praktikabel!

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass über die alleinige Kartenzahlmethode auch Kundengruppen diskriminiert werden, aber das ist entweder unüberlegt oder Absicht. 

Die Frage ist auch, was im Falle eines Ausfalls des elektronischen Systems passiert.

Vorher wurde zu Beginn bezahlt, da hätten voll beladene Fahrzeuge bei nicht vorhandener Möglichkeit der Rechnungsbegleichung wieder mit ihrem Abfallgut den Hof verlassen können. 

Jetzt stellt man erst am Ende fest, dass etwas nicht funktioniert, da ist der Recyclingwertstoff aber schon auf dem Gelände verteilt abgeladen worden. 

Nach praktischer Erfahrung, vor allem im Ablauf riecht das nicht. Sinnvoll wäre es den Bezahlvorgang an den Anfang zu legen, BEVOR abgeladen wird.

Aber sinnvoll wäre es auch eine zweite Bezahlmöglichkeit anzubieten. So bleibt es ein Verfahren und Vorgehen mit Fragezeichen.

Rechtliche Fragen

Letztendlich stellt sich noch die Frage, wie die AWSH als öffentlicher Dienstleister und kommunales Unternehmen damit umgehen will und wie der Verzicht auf Barzahlung rechtlich möglich sein soll.

Laut der Bundesbank-Homepage gilt nämlich: 

“Grundsätzlich müssen staatliche Stellen und öffentliche Dienstleister ebenfalls Bargeld annehmen, sofern es im Gesetz nicht anders geregelt ist.”

Quellen

https://www.bundesbank.de/de/aufgaben/bargeld/bargeldstrategie-des-eurosystems/bargeldstrategie-des-eurosystems-und-rolle-des-bargelds-859122

https://www.awsh.de/unternehmen/ueber-uns/

Allgemein, Kommunalpolitik, Umwelt

Erst einmal keine Pflicht für dicht

Eine gute Nachricht für schleswig-holsteinische Grundstückseigentümer: Die privaten Abwasserleitungen müssen doch nicht geprüft werden.

Das Land hat die Dichtheitsprüfung ausgesetzt, abgesehen von den Wasserschutzgebieten, dort bleibt sie bestehen. Grund für die Aussetzung sollen mangelnde Personalkapazitäten bei der unteren Wasserbehörde sein. Ergänzend ist auch zu sehen, dass ebenso die Kommunen ihre eigenen Kontrollen und Sanierungen noch lange nicht vollständig abgeschlossen haben, was im Vorlauf nötig wäre.


Davon abgesehen existieren kaum größere Schäden im privaten Bereich, die zudem nicht stark belastet wären. Prinzipiell würden kleine Undichtigkeiten auch von selbst zusedimentieren, so dass sich so ein Leck schließt. Undichtigkeiten im privaten Sektor verursachen auch nach letzten Erkenntnissen des Umweltministeriums fast keine Belastungen, ein Fakt, den man 2010 vor dem Erlass mal hätte genauer untersuchen können, bevor man ins Horn stößt. Ministerin für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume war damals Juliane Rumpf.


Vielleicht war aber auch ein entsprechender – ebenso bundesweit vertretener – Druck der Lobbyisten ein Vortriebmittel.


Der Privatmensch spart jedenfalls durch die Aussetzung erhebliche Mittel und bundesweit wäre ein schönes Sümmchen zustande gekommen. Einige Bundesländer sind allerdings auf diesen Zug erst gar nicht aufgesprungen, andere haben sie bereits abgeschafft. So bleibt zu hoffen, dass in Kiel es nicht nur bei der Aussetzung bleibt, sondern der Erlass zurückgenommen wird.

Bemerkenswert: Der AZV Südholstein (Abwasser-Zweckverbandes Südholstein) hat seine Webseiten noch nicht entsprechend aktualisiert und verweist weiter auf die Dichtigkeit. Damit zeigt sich auch, wie schwierig es ist, ein ins Leben gerufenes, sinnloses Bürokratiemonster wieder einzufangen. Im Kreis Stormarn ist man, wie in vielen anderen öffentlichen Bereichen und der Privatwirtschaft, ebenfalls nicht auf dem aktuellen Stand.

Quellen
https://www.abendblatt.de/region/stormarn/article237268289/Gut-fuer-Hauseigentuemer-Land-setzt-Dichtheitspruefung-aus.html
https://www.kn-online.de/schleswig-holstein/sh-setzt-dichtheitspruefung-bei-abwasserleitungen-fuer-hauseigentuemer-aus-EJYBAD4OSZBBLAOCZYAW2KHERY.html
https://www.zfk.de/wasser-abwasser/abwasser/nrw-dichtheitspruefung-fuer-abwasserleitungen-wird-abgeschafft
https://de.wikipedia.org/wiki/Juliane_Rumpf

https://www.azv.sh/leistungen/grundstuecksentwaesserung/dichtheitspruefung

https://www.kreis-stormarn.de/kreis/fachbereiche/besondere-ordnungsangelegenheiten/wasserwirtschaft/dichtheitspruefung.html