Allgemein, Kommunalpolitik, Stadtplanung

B I – ntensität oder B I – ntensiv? Reinbek und seine BI’s

Reinbek hat viele Eigenschaften, eine davon ist, viele Bürgerinitiativen hervorbringen zu können. Ob man das nun braucht, ist die eine Frage, warum das so ist, eine andere. Die jüngste BI ist die BI Holzvogtland

Wieder einmal eine BI, bei der es inhaltlich um Bauvorhaben geht, wie bei den meisten BI’s, die in Reinbek gegründet werden. Offensichtlich ist, dass in diesen Fällen das Bürgerverständnis mit dem der Politik oder Verwaltung auseinander driftet. 

Natürlich ist es das Recht jedes Einzelnen, eine BI zu gründen, um seine Interessen zu vertreten. 

Eine BI heißt dann aber auch, dass es im Kommunikations- und Kooperationsprozess irgendwo so hakt, dass der Aufwand einer BI-Gründung in Kauf genommen wird, um die Interessen durchzusetzen. Sei es, um sich mehr Gehör zu verschaffen oder um sich auf dem verwaltungsrechtlichen Weg fortzubewegen.

Eine BI bedeutet Arbeit, das macht man nicht mal eben so, der Leidensdruck muss dann schon erheblich sein. Es gibt dazu Aussagen, die von einem Zweitjob sprechen. 

Wenn aber die eigenen Felle und Vorstellungen davon zuschwimmen drohen oder das Gefühl entstanden ist, man könne sich mittels überzeugender Argumente nicht mehr durchsetzen, man den Eindruck hat, dass für die eigene Vorstellung null Verständnis existiert, scheint die BI der letztmögliche Weg, weil sämtliche Verständigung fehlgeschlagen ist. 

Das persönliche Empfinden, wie die andere Gesprächsseite mit einem umgeht, kann eine Rolle spielen. Hier gab es schon häufiger den Eindruck, dass Fragen und Anmerkungen der Bürger von der Politik und Verwaltung eher als lästig empfunden und entsprechend behandelt werden.

Auch für die andere Seite, Politik und Verwaltung, bedeutet eine BI Aufwand. Aufwand in zeitlicher Hinsicht, sich damit auseinanderzusetzen sowie finanzieller Aufwand im Fall von realisierten Bürgerbegehren – wie auch immer diese ausgehen mögen.

Insofern kann es nur ein Ziel geben:
Eine offene und klare Kommunikationsstruktur zu unterhalten oder aufzubauen, den Gesprächspartnern offen, ernst nehmend und verständlich zu begegnen und im Folgenden Verlässlichkeit zu demonstrieren. 

Und dabei hilft es nicht nur, Bürgernähe und Transparenz zu predigen, man muss diese Werte auch leben. 

An irgendetwas davon scheint es in Reinbek noch zu haken, Vorgänge, die von hinten herum oder schlagartig, undurchsichtig sind sowie plötzlich geschehen, tragen nicht zur Unbeschwertheit bei. 

Verkehr

S21 soll häufiger fahren

Lukas Kilian hat am 04.06.21 auf seiner Homepage bekannt gegeben, dass die langersehnte Taktverdichtung der S21 zwischen Bergedorf und Aumühle endlich umgesetzt wird.

Die Jamaika-Koalition im Kieler Landtag hat den Antrag gestellt, die S21 zwischen Bergedorf und Aumühle in der abendlichen Hauptverkehrszeit (mind. 15 – 20 Uhr) im 10-Minuten-Takt fahren zu lassen. Außerdem soll auch nachts stündlich eine Verbindung bestehen. 

Damit ist wurde letztendlich die Forderung aus der Online-Petition von Thomas Hess aus dem Jahre 2019 und dem Antrag von Martin Habersaat, sowie dem Beschluss des Landesparteitages der CDU zu großen Teilen erfüllt. 

Auch wenn es kein ganztägiger 10-Minuten-Takt kommt, ist hier ein guter Weg gefunden worden, den südlichen Teil Stormarns und des Herzogtums Lauenburg besser an Hamburg anzubinden.

Für die meisten Pendler dürfte diese Taktverdichtung den täglichen Arbeitsweg erleichtern. Ausfälle durch Probleme auf der Strecke oder defekte Züge werden besser kompensiert, die Flexibilität steigt.

Sogar die S-Bahn-Kunden, die erst in Bergedorf zu- oder – von Hamburg kommend –  aussteigen werden feststellen, dass sich die Fahrgäste besser auf die vorhandenen Züge verteilen.

Durch diese Taktverdichtung wird die Strecke für Pendler attraktiver und wenn das Verkehrsgutachten für den landesweiten Nahverkehrsplan (LNVP) recht behält, werden bis zu 2.250 neue Fahrgäste täglich die Strecke nutzen und somit die Umwelt entlasten.

Allerdings muss auch noch Hamburg den zusätzlichen Verbindungen zustimmen, aber hier hatte Ole-Thorben Buschhüter bei einer Veranstaltung im Juli 2019 praktisch schon grünes Licht gegeben.

An dieser Stelle soll allen Beteiligten der politischen Parteien Schleswig-Holsteins (vor allem Andrea Tschacher, Lukas Kilian und Martin Habersaat) ein großes Dankeschön für die ihr Engagement ausgesprochen werden. 

Ohne ihre Beharrlichkeit würden die Pendler aus der Umgebung von Aumühle, Wohltorf und Reinbek wohl noch länger auf eine attraktive Anbindung warten müssen. 

Weiterhin muss hier auch der Reinbeker Bürgermeister Björn Warmer erwähnt werden, der dem Ministerpräsidenten Daniel Günther beim Pressetermin anlässlich des Starts der Impfstoffproduktion in Reinbek die Taktverdichtung als Wunsch mitgegeben hat.

Tatsächlich sind den Worten hier Taten gefolgt und mit etwas Glück kann der neue Takt schon zum nächsten Fahrplanwechsel in Betrieb gehen.

Allgemein, Kommunalpolitik, Stadtplanung, Umwelt

Raummangel in Reinbek?

Im letzten „Der Reinbeker“ (Ausgabe 17.05.2021) war unter ‚Informationen aus den Fraktionen‘ auf Seite 2 von der Kommunalpolitik des Forum21 zu lesen, dass die Fraktion von F21 im Hauptausschuss am 18.05.2021 die Verwaltung mit einer Prüfung beauftragen will. Die Prüfung betrifft die Fragestellung, ob der Raummangel in Reinbek durch die Nachnutzung der Campusschule auf der Freizeitbadwiese nach dem Rück-Umzug der Schule in das sanierte Gebäude der Gemeinschaftsschule am Mühlenredder gelindert werden kann. 

Raummangel in Reinbek? 

Wer alles in Reinbek angeblich Raumbedarf hat, kann hier nachgelesen werden:

https://www.sitzungsdienst-reinbek.de/pi/vo020.asp?VOLFDNR=3246

Einige der genannten Bedarfe kann man schon mal kritisch hinterfragen. 

  • Warum stellt man jetzt kurz vor Bauabschluss fest, dass die Gemeinschaftsschule Mühlenredder nicht genug Platz hat? 
  • Braucht das Rathaus nach bewiesener Leistungsfähigkeit durch digitale Erreichbarkeit wirklich mehr Platz?

Wir erinnern uns: 

Die Campusschule wurde richtigerweise aufgrund der kritischen Situation in der Folge der Asbestfunde in der Gemeinschaftsschule Mühlenredder schnell und unbürokratisch und ohne Bebauungsplan errichtet. 

Bürgermeister Björn Warmer gab den Anwohnern sein Wort, dass nach der Fertigstellung der Gemeinschaftsschule Mühlenredder die Container weiterverwendet oder verkauft werden, damit alles zurück gebaut und renaturiert wird (siehe Bürgerinformation des Rathauses, Baumaßnahmen rund um das Schulzentrum, Punkt Freizeitbadwiese).

Die Politiker bewilligten die Extraausgaben für den Kauf der Container sowie der Aufbaukosten, da man die Container später ja auch noch an anderen Stellen nutzen könnte. 

Nun folgt also der erste Auftrag zu prüfen, ob es nicht besser wäre, einen Wortbruch zu begehen und den einfachen Weg zu beschreiten. 

Werden hier Bürger, die in Treu und Glauben ein schnelles und unbürokratisches Vorgehen gebilligt und auf ihre Widerspruchsrechte verzichtet haben, nun an der Nase durch den Ring geführt? 

So einfach können es sich die Politik und die Verwaltung nicht machen, wenn sie es ernst meinen mit einem verbesserten Dialog mit den Bürgern.